An alle Freunde des Wochenbriefes,
Dies ist der Briefkasten, in den Sie gern Verbesserungsvorschläge und Anregungen zu Themen werfen können. Auch werde ich selbst von Zeit zu Zeit berichten, wie sich der Wochenbrief und seine Verbreitung entwickeln.
Joachim Jahnke
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Dieser Artikel wurde am April 2, 2010 um 9:58 vormittags veröffentlicht und ist unter Uncategorized abgelegt. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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März 9, 2011 um 7:52 vormittags |
Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,
im Wochenbrief 41 v. 28.12.2010 haben Sie die “Zehn Schritte zur sozialen Marktwirtschaft” vorgeschlagen. Meine Frage dazu:
“Sind die Steuerveränderungen in Hinblick auf die EU-Zugehörigkeit möglich? Kann die Bundesregierung der Wirtschaft (EU-Zugehörigkeit) noch jede für die BRD wichtige Maßnahme durchsetzen oder muss die Bundesregierung bei Wirtschaftseinschnitten oder -veränderungen die EU
konsultieren”?
Gruß annimarr
März 9, 2011 um 1:25 nachmittags |
Ich hatte folgende Steuerveränderungen vorgeschlagen:
1. Rücknahme aller Steuererleichterungen bei der Einkommens- und Erbschaftssteuer, spätestens der seit Antritt der Schröder-Regierung eingeführten, die besonders den Besserverdienern genützt haben.
2. Wieder-Einführung der Vermögenssteuer.
3. Eine Steuer auf Exportgewinne der Unternehmen, um ein Umsteuern auf die Binnenkonjunktur zu erleichtern und den ständigen Abfluß volkswirtschaftlicher Leistungen an das Ausland zu verlangsamen.
4. Eine Sondersteuer auf Unternehmensverlagerungen in Niedriglohnländer, wie China, um Leistungen zurückzuholen, die Unternehmen mit der deutschen Technologieförderung und durch die technische und rechtliche Infrastruktur in Deutschland sowie die Bereitstellung schulisch relativ gut ausgebildeter Abeitskräfte genossen haben.
5. In der Europäischen Union: Tobin-Steuer auf spekulative Geschäfte.
Zu 1.: Einkommens- und Erbschaftssteuer sind in der nationalen Zuständigkeit.
Zu 2.: ebenfalls
Zu 3: Müßte in der EU und der WTO abgestimmt werden.
Zu 4.: Frankreich hat eine solche Steuer meines Wissens bereits eingeführt. Der nationale Alleingang mag umstritten sein.
Zu 5.: Bedingt Absprache in der EU. Doch sind viele EU-Länder, wie Deutschland und Frankreich, dafür.
März 9, 2011 um 8:08 vormittags |
Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,
Ihre Wochenbriefe haben eine gewisse Langzeitwirkung. Dadurch entstehen immer wieder Fragen. Es wäre von Interesse, wenn sie eine Diskussions-Ecke einrichten könnten, wo Fragen auf Grund Ihrer Wochenbriefe auch noch nachträglich hinterfragt werden könnten.
Ich grüße Sie,
annimarr
März 9, 2011 um 1:19 nachmittags |
Im Briefkasten für die Wochenbriefe können Sie auch nachträglich Fragen aufwerfen, wenn Sie den Wochenbrief deutlich machen, auf den sich die Frage jeweils bezieht.
März 9, 2011 um 9:53 vormittags |
Guten Tag Herr Dr. Jahnke!
Wo man zuläßt, daß “Arbeit” in großen Stil exportiert bzw. abgezogen wird sollte man meinen, daß man quantifizieren kann, wieviel der Ressource zur Verfügung steht, um das eigene Volk bzw. im Falle Europas ganze Völker in Brot und Butter zu halten. Was mich also interessierte wäre eine Quantifizierung des Faktors “Arbeit”; wieviel “gibt es wovon” was uns dann sagte, wie dieselbe bzw. ihr Ertrag verteilt werden muß, um ein nachhaltiges, friedliches Wirtschaften zu gewährleisten? Ich habe zwar akademische Betrachtungen dazu gefunden, Genaueres aber nicht und schon gar nichts, das eine Unterscheidung zwischen wahrer Wertschöpfung und schlichten Serviceleistungen ermöglichte.
Ist vielleicht auch zuviel verlangt, was im Umkehrschluß dann das Vernichten und Verlagern von Arbeit eine grobe Blindleistung sein läßt.
Meinen Gruß aus dem schottischen Schnee.
Christian A. Wittke
März 9, 2011 um 1:16 nachmittags |
Hallo Herr Wittke,
Die Verlagerung von Arbeit geschieht in der Tat auf längere Sicht im Blindflug. Erst recht, wenn sie zu einer Absenkung der Löhne dort führt, wo sie dann fehlt, und damit die Binnenkonjunktur und der Arbeitsmarkt unter weiterem Druck gehalten wird. Hinzu kommt die Entwicklung der Produktivität, die ungebrochen fortschreitet (stärker als die demographische Absenkung von verfügbarer Arbeit) und eigentlich eine ständige Verkürzung der Arbeitszeiten zur Folge haben müßte. Statt dessen halten wir die Arbeitszeiten seit vielen Jahren hoch und verlängern nun aus Gründen der Rentenfinanzierung ebenfalls im Blindflug die Lebensarbeitszeiten.
Die Entwicklung der Produktivität hätte wahrscheinlich ausgereicht, um China mit Exporten der Industrieländer zu stützen, ohne in den alten Industrieländern an die Grenzen der Arbeitskräfte zu stoßen. Statt dessen geschieht das Gegenteil in gigantischem Umfang.
Ja, leider alles Blindflüge. Globale Zahlen über die Entwicklung der verfügbaren Arbeitskräfte und die Netto-Anlageninvestitionen in arbeitsplatzschaffende Ausrüstungen gibt es leider nicht. Meine Vermutung ist, daß viel zu viel des Investitionskapitals spekulativ an die Kapitalmärkte abwandert, weil die Arbeitseinkommen zu knapp gehalten werden, um die Verbrauchernachfrage zu schaffen, die mehr Investitionen und damit Arbeitsplätze rechtfertigen würde.
Dabei bleibt natürlich die Verfügbarkeit von natürlichen Resourcen und Umwelt auß vor, obwohl auch die einzubeziehen wäre.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Juni 29, 2011 um 7:44 nachmittags |
Hallo Herr Wittke,ich weiß nicht ob Sie der riechtige sind, ich bin Frau Stoll ich habe bei Ihnen gearbeitet kennen Sie mich noch.
Gruß an Ihre Frau und die Kinder.
März 9, 2011 um 11:27 vormittags |
Sehr geehrter Herr Prof. Janke,
mich interessiert zur Zeit ein Thema, das für eine eventuelle Betrachtung in Frage kommen könnte:
1. Die Einbindung der deutschen bzw. europäischen Agrarwirtschaft in die Welthandelspolitik mit einer kritischen Betrachtung des status quo.
Freundliche Grüße
Prof. Schneider
März 9, 2011 um 1:06 nachmittags |
Hallo Herr Schneider,
Das ist sicher ein interessanter Vorschlag. Doch leider bin ich kein Agrarexperte und müßte sehr viel Zeit aufwenden, um mich sachkundig zu machen. Dagegen sehe ich, daß Sie sich schon sehr kritisch öffentlich geäußert haben also wahrscheinlich mehr von der Materie verstehen als ich.
Freundliche Grüße
Joachim Jahnke
P.S.: Bin auch kein Professor
März 13, 2011 um 9:26 vormittags |
Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,
ich bin seit längerem ein interessierter Leser Ihrer Homepage und habe mir mittlerweilen eines Ihrer Bücher gekauft und verschenkt. Ich bin der Überzeugung dass Ihre Informationsmaterialien Online+Print auch sehr gut für Schüler und Studenten geeignet sind. U.a. unsere Kinder.
Ich habe mir über den zweiten Bildungsweg volks- und betriebswirtschaftliche Grundlagen angeeignet. Mit Hilfe Ihrer Arbeit und Informationen die Sie zur Verfügung stellen kann ich mir mit einem begrenzten Zeitaufwand und in regelmäßigen Abständen aktuelle Entwicklungen als auch Langzeittrends vor Augen führen.
Ich bin immer wieder überrascht wie es Ihnen gelingt vermeintlich schwierige Sachverhalte transparent und pointiert darzustellen. Ich ertappe mich immer wieder dabei zu hinterfragen wer denn nun “Recht” behält die in den Medien dargestellte Version oder die aus einem anderen Blickwinkel nüchtern Darstellung von diversen Fakten auf Ihrer Homepage. Ich kann mir gut vorstellen dass dies eine der Antriebsfedern für Sie ist, dem “durchschnittlichen” Bundesbürger/Arbeitnehmer eine Möglichkeit zu geben sich einen neutralen Überblick zu verschaffen und zu einer Veränderung der von Ihnen aufgezeigten Möglichkeiten aufzurufen.
Alles in allem habe ich ein gemischtes Gefühl zu den Perspektiven im “alten Europa”. Ich bin ein grundsätzlicher Befürworter des Euro weil ich bis zu einem gewissen Punkt an einen kraftvollen gemeinsamen Wirtschaftrsaum Europa glaube und den wir als Gegenpol zu Amerika und Asien benötigen. Die Historie von Europa über die letzten Jahrhunderte gibt mir in diesem Punkt leider nicht recht. Wenn ich jetzt allerdings sehe welche Riskiken unsere Regierung mit den Eurobonds eingeht habe ich ein mulmiges Gefühl. Zusätzlich 250 Mrd.€ Risiko? Ich kann mir dieses Szenario im Ernstfall nicht vorstellen. Vielleicht steht uns ja in den nächsten 10 Jahren wirklich wieder eine Währungsreform bevor.
Ich hoffe und wünsche mir dass diese Plattform noch lange aktualisiert wird. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team alles Gute, sage “DANKE” und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Weber
März 13, 2011 um 9:44 vormittags |
Hallo Herr Weber,
Herzlichen Dank für Ihre sehr freundlichen Worte zu meinem Einsatz. Ja, es geht mir um die Verbreitung alternativer und dennoch korrekter Information, weil ich nur auf diesem Wege einen, wenn auch sehr kleinen Beitrag zu notwendigen Veränderungen leisten kann.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
März 23, 2011 um 4:11 nachmittags |
Sehr geehrter Herr Jahnke,
ich habe folgenden Text gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob die Schlussfolgerungen zur Griechenlandproblematik so in Ordnung sind.
Mich würde interessieren, ob Sie mit dem Text konform gehen.
Insbesondere die Schlussbemerkung, dass deutsche Konzerne letztlich die Profiteure von Privatisierung sein sollen bedeutet für mich, grob gesagt, es ist mehr oder weniger ein Raubzug, der Griechenland den Rest gibt.
Zum Text:
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58034
allerfreundlichste Grüsse, Peter
Mai 15, 2011 um 2:44 nachmittags |
@Peter,
Leider habe ich Ihre Frage erst heute gefunden. Eine Privatisierung in einer Krisenlage ist immer ein Problem, weil firesale die Preise drückt und dann auch der Konkurrenz nützt. Außerdem verlangen die EU-Regeln, daß Griechenland den Erwerberkreis nicht auf Griechen einengt. Ich fände es besser, wenn das Land möglichst rasch in die ohnehin kaum vermeidbare Umschuldung ginge und die deutschen und andere ausländische Banken für die Krise mitzahlen ließe.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Mai 15, 2011 um 2:00 nachmittags |
Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,
da ich nicht ins Diskussionsforum hineinkomme, hier meine Frage zu WB 61:
welche Auswirkungen könnte die von Ihnen befürchtete Entwicklung auf den Kurs des Euro haben ?
Beste Grüße
Prof. Schneider
Mai 15, 2011 um 2:38 nachmittags |
Hallo Herr Schneider,
Nun bin ich sicher kein Experte für Kursentwicklungen, die von so vielen Faktoren abhängen (alles ist relativ) und nicht zuletzt von psychologischen Momenten, wobei der Dollar immer noch Fluchtburg ist. Sollten Griechenland und Portugal in die Umschuldung gehen, und dies bald – also bevor die Eurolländer deren Schulden voll übernommen haben – so wird das wahrscheinlich die Unsicherheiten eher beseitigen und den Euro eher stärken, auch wenn einige Banken in der Eurozone Verluste erleiden.
Sollten dagegen diese Fragen weiter sehr lange offengehalten werden, weil die Politik weiter auf Zeit spielen möchte, und sollte sich derweil Spanien zum Problem auswachsen (siehe den enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit und die Gefährdung der Casas und Banken durch die weiter schwelende Immobilienkrise), so würde das für den Wert des Euro nicht gut aussehen. Auch traue ich dem deutschen Gegengewicht im Euro nicht voll über den Weg. Die schönen Zahlen vom 1. Quartal scheinen mir zu sehr von Sonderfaktoren beeinflußt und der Export ist immer noch eine Achillesferse, wenn es an der Europeripherie brennt oder auch in USA und GB die Konjunktur auf Sparflamme bleibt.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Juni 7, 2011 um 5:19 nachmittags |
Hallo Herr Jahnke,
lassen Sie sich eventuell für einen Beitrag begeistern, der die vielgepriesene “Konsumentensouvernität” zum Gegenstand hätte. Ich denke da vor allem an die aus meiner Sicht unerträglichen Vorwürfe. die hinter solchen Slogans wie Geiz ist geil stehen, und dass wir Mastbetriebe haben, daran ist auch der Konsument schuld, und die Preise bestimmen natürlich die Verbraucher usw
Freundliche Grüße
Franz Schneider
Juni 24, 2011 um 9:07 vormittags |
Hallo Herr Jahnke,
vielen Dank für Ihrer umfassende Arbeit, leider fehlt mir immer wieder mal der Hintergrund, um alles zu verstehen, aber ich arbeite dran.
Anregung: Zur besseren Sortierung/Übersicht im maileingang evtl. schon im Betreff den Schwerpunkt kurz auflisten?
Sehr gut finde ich die direkte Auseinandersetzung mit anderer (linker, rechter wie auch immer) von Ihnen kritisierter Anschauungen. Gerne mehr davon und gerne ohne Polemiken, auch wenn`s auf der Zunge kribbelt – die sachliche Schärfe reicht aus und die haben sie so drauf, denke ich…
vielen Dank, weiter so, freundliche Grüße, Thomas Thiel
Juni 24, 2011 um 9:53 vormittags |
Hallo Herr Thiel,
Das Problem mit der Auflistung im Betreff ist die Länge der jeweils zwei Themen. Ich habe aber am Anfang der jeweiligen Wochenbriefe sofort eine kurze Übersicht. Mit anderen. auch linken Anschauungen muß man sich gelegentlich auseinandersetzen, weil die Versummung von Links in der Regel auf links-gläubige und damit besonders leicht in die Irre zu führende Leser trifft, während die meisten Menschen wissen, woran sie beispielsweise bei BILD sind. Manchmal braucht es dazu drastische Formulierungen, auch wenn Ihr Rat berechtigt ist.
Oktober 5, 2011 um 12:07 nachmittags |
Hallo Herr Dr. Jahnke!
Ist es nicht möglich, das aktuelle Thema des Wochenbriefes in die Betreffzeile der Mail aufzunehmen? Ihre Leser haben dadurch eine bessere Übersicht, falls noch einmal auf Inhalte zugegriffen werden soll.
Beispiel: Wochenbrief 72, 28.07.2011, Der dt. Niedriglohnsektor
Ansonsten… Bitte weiter so!
Oktober 5, 2011 um 1:36 nachmittags |
Vielen Dank. Das wird schwierig, wenn ein Wochenbrief mehrere Beiträge hat. Auch kann über das Inhaltsverzeichnis der Wochenbriefe, das sich in jedem Wochenbrief befindet, eine volle Übersicht aller bisherigen Wochenbriefe unter Angabe der Themen nachgeschlagen werden.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Oktober 12, 2011 um 4:40 nachmittags |
Habe hier einen interessanten blog-Artikel mit vielen Statistiken aus den USA über die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen, der Unternehmensgewinne und Gehälter:
http://www.businessinsider.com/what-wall-street-protesters-are-so-angry-about-2011-10?op=1
Dezember 5, 2011 um 11:33 vormittags |
Kommentar zur inländischen Presse-Show 6. Dez. 2011
Liebe Elfi und Mitlesende,
wie immer hast Du nicht nur eine interessante Presse-Show zusammen gestellt, sondern auch Deine Kommentare sind lehrreich und nachdenkenswert.
Aber eine Anmerkung habe ich: Du meinst und viele werden Deine Auffassung teilen, dass es nicht von Belang sei zu erwähnen, dass Ackermann jüdische Verwandte hat. Ich halte dagegen, dass es in den heftigsten Krisenzeiten des Kapitalismus immer von Belang war, ob jemand jüdischer Herkunft ist oder nicht, denn in den ökonomischen Krisen der Moderne teilen die verzweifelten Menschen das Kapital in “schaffendes”, also gutes Geld und “raffendes”, also anstrengungsloses Zins- und Zinseszins tragendes Geld ein. Die Zielscheibe der Wut auf das “raffende” Kapital bildet in der Moderne der Jude, da es ihm bereits im Mittelalter von der katholischen Kirche erlaubt war, Geld gegen Zins ausleihen zu dürfen; Christen waren solche Geschäfte hingegen verboten.
Obwohl Karl Marx hinlänglich bewiesen hat, dass der Zins und der Zinseszins im Zeitalter des warenproduzierenden Systems zum Kapital dazu gehört, wie der Mehrwert, die Ersparnisse und die Investitionen, haben die schweren Wirtschaftskrisen seit Ende des 19. Jhr. trotzdem dazu geführt, das Geld in “gut” und “böse” einzuteilen. Die Nazis haben daraus die Begriffe “schaffendes” und “raffendes” Kapital gemacht, obwohl ganz klar auf der Hand liegt, dass die Konjunktureinbrüche im Kapitalismus selbst begründet sind und nicht die Zinsen die ökonomischen Katastrophen hervor rufen. Die Juden haben im 3. Reich bitter dafür büßen müssen, Juden zu sein, schließlich wurde ihnen die Große Depression angelastet, aber trotz ihrer Vernichtung hat sich die Konjunktur logischerweise nicht erholt.
Worauf ich hinaus will: Es hätte alle unsere inneren Alarmglocken schrillen lassen müssen, als zu Beginn dieser Wirtschaftskrise Prof. Sinn maulte, die Hetze gegen die Banker nähme die Dimension der Judenhetze unter Hitler an. Damals hat es sehr viel Kritik gegen Prof. Sinn gegeben und er hat sich öffentlich für seinen Vergleich entschuldigt. Aber kaum jemand hat verstanden, dass der Prof. ausnahmsweise gar keinen Unsinn geredet hat. Er hat, wenn auch in völlig falschen Worten, darauf hinweisen wollen, dass schon mal eine Volksgruppe völlig ungerechtfertigt für einen entsetzlichen Konjunktureinbruch (Große Depression) büßen musste.
Dass die Webseite “The Intelligence”, obwohl das von absolut keinem Belang ist, trotzdem darauf verweist, dass Ackermann jüdische Verwandte hat, muss unsere Alarmglocken wieder schrill erklingen lassen! Was ist da los, dass dieser vollkommen überflüssige Hinweis erfolgt?! Na klar, es war Ackermann, der jahrelang auf eine Rendite von 25 % pochte. Es sind die Banker und die Spekulanten, weiß der Volksmund zu hetzen und zu richten, die uns in diese Krise stürzten. Es werden derzeit in aller Eile Sündenböcke gesucht, wie auch im Forum Dr. Jahnkes zu sehen ist, wenn sich mal wieder Mitdiskutanten vollkommen einseitig auf die Zinsen konzentrieren, die uns alle angeblich in die Krise geführt haben.
Das Geld wird seit Anfang 2009 längst wieder eingeteilt in “schaffendes” und “raffendes”, in “gutes” und “schlechtes” Geld und kaum jemand ist sich bewußt, dass er/sie Nazi-Gedankengut verwendet. Ich wette, die nächste Zeit werden wir noch viel häufiger lesen, dass Herr X oder Frau Y jüdische Verwandte oder Vorfahren hat und ich wette, bald werden wieder solche fragwürdigen Hobby-Ökonomen wie Gesell oder Steiner eine Auferstehung erleben, die uns mit ihrem irren “Schwundgeld”, “Freigeld” bzw. “Rostgeld” versuchen, den Verstand zu vernebeln.
Die Dämonen von einst sind längst wieder erwacht im Volk der Richter und Henker! Dieses Mal wird der allgemeine Volkszorn zwar nicht die Juden treffen, das Thema ist durch, aber mit Sicherheit eine andere Gruppe von Menschen. Besser wäre es, den Kapitalismus und unsere Existenz, die in diesem System gefangen ist, endlich kritisch zu betrachten, auch auf die Gefahr hin, dass das Ding letztlich niemand mehr haben will.
Viele Grüße
Gaby
Januar 20, 2012 um 10:16 nachmittags |
Hallo, Herr Jahnke,
mögen Sie sich dies zum Thema Erderwärmung/Klimaänderung ansehen? Es sind nur 7 Minuten Info, die den Blick weiten könn(t)en.
Herzliche Grüße von
Ulrich Matthaei
http://www.bueso.de/node/5349?nid=5349&lid=1-1-0-0&nid=5349&lid=1-1-0-0
Januar 21, 2012 um 10:17 vormittags |
Hallo Herr Matthaei,
Ich beschäftigte mich schon ziemlich lange mit diesem Thema, auch mit kritischen Meinungen dazu. Das gibt mir jedoch keinen Anlaß, meine Sorgen aufzugeben. Im Sinne der notwendigen Gefahrenabwehr müssen Entwicklungen von den Regierungen ernst genommen werden, auch wenn der Beweis nicht 100%-ig sein sollte. Wir sind unseren Kindern und Kindeskindern da einiges schuldig. Keiner sollte sich leichtfertig mit einem Link zu einer der Aufmerksamkeit heischenden Harmlos-Webseiten trösten.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Januar 21, 2012 um 11:04 vormittags |
Guten Tag,
Also ehrlich, der Herr erläutert an kurzfristigen Charts eine langfristige Entwicklung – er sollte bankster werden, die haben auch so einen weiten Blick.
caw
Januar 21, 2012 um 1:28 nachmittags |
Guten Tag, Herr Matthaei und Mitlesende,
was redet der Mann für einen Blödsinn: “Weil nun, wie ich zeigen werde, das Wetter in der Arktis beginnt, müssen wir wirklich langsam Menschen dorthin bringen, so dass wir anfangen können, es zu lenken.”
Bilden sich einige unter uns bereits ein, sie könnten das Weltklima nach Gutdünken lenken, gerade so, wie wir ein Auto lenken, beschleunigen und bremsen? Hahaha! “Mensch an Weltklima, Mensch an Weltklima – lass Dampf ab, reduziere um zwei Grad!” Putzige Vorstellung!
Ein schönes Wochenende wünscht
Gaby
Mai 22, 2012 um 4:29 nachmittags |
Lieber Herr Jahnke,
zu Ihrer Bemerkung “Ein Realzins von minus 2 % (3 % Inflation minus EZB-Zins
von 1 %) würde immerhin in 10 Jahren fast ein Viertel
eines Sparkapitals auffressen, und 10 Jahre ist eine
durchaus weit verbreitete und nicht unrealistische
Krisenperspektive.” fällt mir ein, dass neulich irgendein Experte gefordert hat, die Einkommen in Griechenland um 25% abzusenken, was aber politisch kaum mehr durchsetzbar sei. So stellt sich die Sache für mich so dar: der deutsche Arbeitnehmer ist dabei, zweimal für den Exportboom der deutschen Bourgeoisie zu zahlen: das erstemal durch den aufgezwungenen Lohnverzicht Anfang des Jahrhunderts, das zweitemal jetzt, wo die aus dem Export erwachsenen Forderungen uneinbringlich geworden sind und die Schulden per Inflation neutralisiert werden sollen. In Analogie müsste man von einer “Lose-Lose-Situation” sprechen.
Mai 22, 2012 um 4:58 nachmittags |
Ja, es ist wohl leider so.
August 16, 2012 um 1:19 vormittags |
Und? Was sollen “Faule Kredite” sein? Das verstehe ich nicht. Niemand (NIEMAND) gibt Kredit ohne Sicherheit. Hier ist was faul.
August 16, 2012 um 8:55 vormittags |
Auch die Sicherheiten können verfaulen, z.B. wenn Immobilien für Hypotheken an Wert verlieren.
Januar 19, 2013 um 5:08 nachmittags |
Information an Herrn Jahnke: Vllt. interessiert es Sie – und vllt. wollen Sie das in einem Brief einmal darstellen -, dass die Einkommen von Akademikern heute schon vielfach unter dem Einkommen von angelernten Beschaeftigten, die bei Discountern beschäftigt sind, liegt. Fakt ist, dass eine mit 27 Stunden beschäftigte Kassiererin bei ADLI netto 1300 € verdient, aber viele Akademiker – vor allem solche aus dem “sozialen” Bereich: Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Sozialwissenschaftler, Heilpädagogen etc. – aber durchschnittlich 1500 € netto verdienen bei einer 40 Stunden (!) Woche.
Januar 19, 2013 um 6:16 nachmittags |
Hallo Herr Wenzel,
Das Problem ist anekdotisch bekannt. Ich bin aber derzeit unsicher, ob ich eine verläßliche Statistik finde.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Februar 21, 2013 um 8:28 vormittags |
Hallo Herr Jahnke,
indem Brief vom 21.02.2013 schreiben Sie “In Deutschland wurde die Arbeit- einst Daseinsberechtigung….”
Wie in anderen Briefen erscheint es mir richtiger die Arbeit zu benennen, es ist sicher Lohnarbeit gemeint, bin mir aber nicht sicher. Vor allem nicht sicher weil sie dann noch sagen “Daseinsberechtigung” in dem Fall kann es sich nur um Lohnarbeit handeln. Ansonsten ist Arbeit nichts anderes als die Auseinandersetzung mit der Natur um Reproduktionsmittel zu erlangen (Lebensmittel), da ist Daseinsberechtigung faslsch. Es kann sigar gesagt werden das die Arbeit das leben überhaupt erst hat werden lassen.
Gruß
Februar 21, 2013 um 9:33 vormittags |
Ja, hier ist die Lohnarbeit gemeint, wie der weitere Beitrag zeigt, der sich nur damit beschäftigt. Zur Daseinsberechtigung: “Wer nicht arbeitet, soll nicht essen”.
April 10, 2013 um 3:50 nachmittags |
Hallo Herr Jahnke,
Die Graphik 18088 muss entweder eine falsche Überschrift haben oder ich stehe gerade auf dem Schlauch. Medianeinkommen des untersten Fünftels kann in D nicht 41 sein (in 1000).
April 10, 2013 um 4:20 nachmittags |
Hallo,
Vielen Dank für den berechtigten Einwand. Die Überschrift war in der TGat falsch und ist jetzt korrigiert, ebenso der dazugehörige Text.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke